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·15 Min Lesezeit

P10, P50, P90: Was Perzentile bei ETF-Prognosen wirklich bedeuten

Warum Perzentile keine Szenarien sind, warum der Median nicht der Durchschnitt ist und wie du P10, P50 und P90 in deiner Finanzplanung richtig einordnest.

RJ
von Redaktion JK/DT

„In 10 Prozent der Simulationen liegt dein Endvermögen darunter.“

Diesen Satz liest du, wenn du mit Monte-Carlo-Simulationen arbeitest. Er klingt zunächst eindeutig. Und genau hier beginnt oft das Missverständnis.

Perzentile gehören zu den wichtigsten Kennzahlen in der realistischen Finanzplanung. Sie zeigen nicht nur eine einzelne Hochrechnungszahl, sondern eine Bandbreite möglicher Ergebnisse. Gerade bei ETF-Sparplänen, Vermögenszielen oder Ruhestandsplanung ist das wertvoll. Denn niemand weiß, welche Renditereihenfolge die nächsten 10, 20 oder 30 Jahre tatsächlich bringen werden.

Trotzdem werden P10, P50 und P90 häufig falsch gelesen. Viele verstehen sie als „pessimistisches“, „mittleres“ und „optimistisches“ Szenario. Das ist naheliegend, aber ungenau.

Ein Perzentil ist kein Szenario. Es ist eine Schwelle.

Dieser Unterschied klingt technisch. Für deine Finanzplanung ist er aber entscheidend.

Was ein Perzentil ist

Ein Perzentil beschreibt die Position eines Wertes innerhalb einer sortierten Verteilung.

Stell dir vor, du berechnest 10.000 mögliche Entwicklungen für dein Vermögen. Jede Simulation nutzt dieselben Startdaten: gleiche Sparrate, gleicher Zeitraum, gleiche angenommene Rendite, gleiche Schwankung. Aber die Kapitalmärkte verlaufen in jeder Simulation anders.

Am Ende hast du 10.000 mögliche Endvermögen.

Diese Ergebnisse sortierst du vom niedrigsten zum höchsten Wert. Dann gilt:

Oder anders gesagt:

Perzentile sind damit Positionsangaben in einer Verteilung. Sie sind keine einzelnen Zukunftsbilder und keine Garantie.

Das ist wichtig. Wer P10 mit „wenn die Märkte schlecht laufen“ übersetzt, verkürzt die Aussage. P10 bedeutet nicht: „So sieht ein schlechter Markt aus.“ Es bedeutet: „Unterhalb dieses Wertes lagen 10 Prozent der simulierten Endergebnisse.“

Warum die jeweiligen Simulationen schlecht liefen, kann verschiedene Gründe haben: schwache Renditen, ungünstige Reihenfolge der Jahresrenditen, lange Verlustphasen oder schlicht ein ungünstiger Zufallspfad innerhalb der Modellannahmen.

Warum „pessimistisch, mittel, optimistisch“ irreführend ist

Viele Finanzrechner arbeiten mit einfachen Begriffen:

Das ist verständlich, weil solche Begriffe leichter zugänglich sind als P10, P50 und P90. Fachlich sind sie aber oft unscharf.

P10 ist nicht der Worst Case

P10 klingt vorsichtig. Das ist es auch. Aber P10 ist nicht der schlechteste mögliche Fall.

Wenn dein P10-Wert bei 118.000 Euro liegt, bedeutet das: In 90 Prozent der Simulationen lag das Endvermögen bei mindestens 118.000 Euro. In 10 Prozent der Simulationen lag es darunter.

P10 ist also keine sichere Untergrenze. Es ist eine vorsichtige Orientierungsmarke.

Das untere Zehntel der Simulationen kann für die Finanzplanung trotzdem relevant sein. Vor allem dann, wenn es um notwendige Ausgaben geht: Miete, Lebenshaltung, Krankenversicherung, Pflege, Grundbedarf im Ruhestand.

Wer solche Ausgaben nur mit P50 oder einem Durchschnittswert plant, unterschätzt das Risiko schwächerer Verläufe.

P90 ist nicht der Best Case

P90 wirkt auf den ersten Blick wie ein optimistischer Zielwert. Auch das ist nur teilweise richtig.

Wenn dein P90-Wert bei 350.000 Euro liegt, bedeutet das: 90 Prozent der Simulationen lagen darunter. Nur 10 Prozent lagen darüber.

P90 zeigt also keinen Best Case. Es zeigt eine obere Schwelle, die nur in sehr günstigen Simulationen erreicht oder übertroffen wurde.

Wer ein notwendiges Ziel auf P90-Niveau plant, macht seinen Plan abhängig von einem besonders guten Verlauf. Für Wunschziele kann das als Orientierung hilfreich sein. Für feste Verpflichtungen ist es ungeeignet.

P50 ist nicht der Durchschnitt

Der häufigste Denkfehler betrifft P50.

P50 ist der Median. Nicht der Durchschnitt.

Der Median teilt eine Verteilung in zwei Hälften: 50 Prozent der Werte liegen darunter, 50 Prozent darüber. Der Durchschnitt, genauer gesagt das arithmetische Mittel, addiert alle Werte und teilt sie durch die Anzahl der Werte.

Beide Zahlen können gleich sein. Bei Vermögenssimulationen sind sie es aber oft nicht.

Warum P50 nicht der Durchschnitt ist

Ein einfaches Beispiel zeigt den Unterschied.

Nimm diese Zahlenreihe:

1, 2, 3, 4, 100

Der Median ist 3. Er steht in der Mitte der sortierten Reihe.

Der Durchschnitt ist 22. Denn 1 + 2 + 3 + 4 + 100 ergibt 110. Geteilt durch 5 ergibt das 22.

Beide Werte beschreiben dieselbe Zahlenreihe. Aber sie erzählen eine andere Geschichte.

Der Median sagt: „Die Mitte liegt bei 3.“

Der Durchschnitt sagt: „Wenn man alles gleich verteilt, wären es 22.“

Der hohe Ausreißer 100 zieht den Durchschnitt stark nach oben. Den Median verändert er nicht.

Bei ETF-Sparplänen und langfristigen Vermögenssimulationen kann ein ähnlicher Effekt entstehen. Sehr hohe Endwerte sind möglich, weil gute Renditephasen sich über lange Zeit stark aufschaukeln können. Nach unten ist das Vermögen dagegen begrenzt: Es kann nicht unter null fallen, sofern keine Kredite oder Hebel eingesetzt werden.

Dadurch ist die Verteilung langfristiger Endvermögen häufig rechtsschief. Einige sehr gute Verläufe ziehen den Durchschnitt nach oben. Der Median liegt dann niedriger als der Mittelwert.

Das heißt nicht, dass der Median „zu pessimistisch“ ist. Er beantwortet nur eine andere Frage.

Wenn ein Finanzrechner nur eine einzige Zahl als „erwartetes Endvermögen“ zeigt, solltest du genau prüfen, welche Kennzahl gemeint ist. Ein Durchschnittswert kann deutlich höher liegen als der Median. Wer das verwechselt, plant möglicherweise zu optimistisch.

Die drei Perzentile im Überblick

P10: die vorsichtige untere Schwelle

P10 bedeutet: 10 Prozent der Simulationen enden unter diesem Wert, 90 Prozent darüber.

Praktisch hilft P10 bei der Frage:

Welcher Betrag wird auch in schwächeren Simulationen häufig noch erreicht?

P10 eignet sich besonders für Ziele, bei denen ein Unterschreiten problematisch wäre. Zum Beispiel:

Wichtig ist: P10 ist kein Garantiewert. Auch unter P10 gibt es noch Ergebnisse. Bei 10.000 Simulationen wären das 1.000 Simulationen, die schlechter ausgehen.

Ein P10-Wert kann daher helfen, vorsichtiger zu planen. Er ersetzt aber keine Sicherheitsmarge.

P50: der Median

P50 bedeutet: Die Hälfte der Simulationen endet unter diesem Wert, die andere Hälfte darüber.

P50 beantwortet die Frage:

Wo liegt die Mitte der simulierten Ergebnisse?

Dieser Wert ist oft nützlich, um ein Gefühl für den typischen Verlauf zu bekommen. Er ist weniger anfällig für extreme Ausreißer als der Durchschnitt. Deshalb eignet er sich gut, um eine Planung nicht unnötig durch sehr gute Einzelpfade verzerren zu lassen.

Aber auch P50 ist kein „wahrscheinlichstes Ergebnis“. Bei kontinuierlichen Verteilungen gibt es nicht die eine Zahl, die mit hoher Wahrscheinlichkeit exakt eintritt. P50 ist eine Schwelle, kein Punktziel.

Wenn dein P50 bei 200.000 Euro liegt, heißt das: In 50 Prozent der Simulationen lag das Endvermögen darunter, in 50 Prozent darüber.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

P90: die obere Schwelle

P90 bedeutet: 90 Prozent der Simulationen enden unter diesem Wert, 10 Prozent darüber.

P90 beantwortet die Frage:

Wie sieht ein sehr günstiger Verlauf aus, den nur etwa 10 Prozent der Simulationen übertreffen?

Dieser Wert kann motivierend sein. Er zeigt, was möglich wäre, wenn die Kapitalmärkte und die Renditereihenfolge über lange Zeit günstig laufen.

Für die Planung notwendiger Ziele ist P90 aber ungeeignet. Wer ein Ziel nur im Bereich von P90 erreicht, sollte es nicht als verlässlichen Plan betrachten.

P90 ist eher ein Wert für Wunschziele:

Solche Ziele können Teil einer Finanzplanung sein. Sie sollten aber nicht mit Grundbedarf verwechselt werden.

Ein Korridor statt drei Szenarien

Am besten versteht man P10, P50 und P90 nicht als drei Szenarien, sondern als Markierungen in einem Ergebniskorridor.

Zwischen P10 und P90 liegen 80 Prozent der Simulationen. 10 Prozent liegen darunter, 10 Prozent darüber.

Das bedeutet:

Diese Sichtweise verändert die Finanzplanung.

Statt zu fragen: „Wird es gut oder schlecht laufen?“, fragst du:

Wie robust ist mein Plan über viele mögliche Verläufe hinweg?

Das ist der eigentliche Nutzen von Monte-Carlo-Simulationen. Sie liefern keine Vorhersage. Sie zeigen Bandbreiten, Wahrscheinlichkeiten und Risiken innerhalb bestimmter Annahmen.

Welches Perzentil passt zu welcher Entscheidung?

Nicht jede finanzielle Entscheidung sollte am gleichen Perzentil ausgerichtet werden.

Welche Kennzahl sinnvoll ist, hängt davon ab, wie wichtig das Ziel ist und wie schmerzhaft ein Scheitern wäre.

Notwendige Ausgaben: eher P10 oder vorsichtiger

Für notwendige Ausgaben solltest du nicht mit optimistischen Werten planen.

Dazu gehören zum Beispiel:

Hier kann P10 eine sinnvolle Orientierung sein. Noch vorsichtigere Planungen schauen zusätzlich auf P5 oder auf konkrete Stressszenarien.

Denn 90 Prozent Erfolgswahrscheinlichkeit klingt hoch. Aber 10 Prozent Scheitern können bei existenziellen Ausgaben viel sein. Besonders dann, wenn es um eine jahrzehntelange Ruhestandsphase geht.

Normale Lebensziele: P50 als Orientierung

Für typische Ziele kann P50 hilfreich sein.

Dazu gehören zum Beispiel:

P50 zeigt, wo die Mitte der Simulationen liegt. Das ist keine Garantie, aber eine nüchterne Orientierung.

Wer mit P50 plant, sollte trotzdem prüfen, was bei P10 passiert. Denn ein Plan, der nur im Median gut aussieht, kann in schwächeren Verläufen deutlich unter Druck geraten.

Wunschziele: P90 nur als günstige Möglichkeit

P90 eignet sich nicht für notwendige Ziele. Es kann aber helfen, sehr günstige Verläufe einzuordnen.

Zum Beispiel:

Wichtig ist die Einordnung: Ein Ziel auf P90-Niveau wird nur in rund 10 Prozent der Simulationen erreicht oder übertroffen.

Das kann ein schöner Ausblick sein. Es ist aber keine solide Planungsgrundlage.

Ein praktisches Beispiel

Nehmen wir eine vereinfachte Beispielrechnung.

Annahmen:

Eine Monte-Carlo-Simulation könnte daraus zum Beispiel folgende Werte ergeben:

Diese Zahlen sind keine Prognose. Sie zeigen nur, welche Bandbreite in der Simulation unter den genannten Annahmen entstanden ist.

Nutzer 1: Grundbedarf im Ruhestand

Nutzer 1 braucht mindestens 150.000 Euro, um einen bestimmten Grundbedarf im Ruhestand abzudecken.

Der Blick auf P50 reicht hier nicht. P50 liegt zwar bei 200.000 Euro. Das sieht zunächst komfortabel aus. Aber P10 liegt nur bei 118.000 Euro.

Das heißt: In den schwächeren 10 Prozent der Simulationen wurde der Zielbetrag deutlich verfehlt. Auch zwischen P10 und P50 können Simulationen liegen, die unter 150.000 Euro enden. Wie viele genau, lässt sich aus diesen drei Perzentilen allein nicht ablesen.

Die Konsequenz ist nicht automatisch, dass der Plan scheitert. Aber der Nutzer sollte nachsteuern:

Der wichtigste Punkt: Für notwendige Ziele ist P50 allein zu wenig.

Nutzer 2: allgemeiner Vermögensaufbau

Nutzer 2 möchte langfristig Vermögen aufbauen, hat aber keinen festen Mindestbetrag, der unbedingt erreicht werden muss.

Für ihn ist P50 ein hilfreicher Orientierungspunkt. Der Median von 200.000 Euro zeigt, wo die Mitte der Simulationen liegt.

Gleichzeitig sieht er durch P10 und P90, wie groß die Bandbreite ist. Er kann sich mental darauf einstellen, dass der Endwert deutlich niedriger oder höher ausfallen kann.

Das ist ein realistischerer Blick als eine einzelne lineare Hochrechnung.

Nutzer 3: Wunschziel Immobilie

Nutzer 3 möchte in 20 Jahren 350.000 Euro Eigenkapital für eine Immobilie haben.

Der P90-Wert liegt bei 350.000 Euro. Das bedeutet: Nur etwa 10 Prozent der Simulationen lagen darüber. Das Ziel wurde also nur in sehr günstigen Verläufen erreicht oder übertroffen.

Als Wunschziel ist das in Ordnung. Als verbindlicher Plan ist es riskant.

Wer mit hoher Wahrscheinlichkeit 350.000 Euro erreichen möchte, müsste den Plan verändern. Zum Beispiel durch eine höhere Sparrate, einen längeren Zeitraum, zusätzliche Einmalzahlungen oder ein niedrigeres Ziel.

Alle drei Nutzer sehen dieselben Zahlen. Aber sie nutzen unterschiedliche Perzentile für unterschiedliche Entscheidungen.

Genau darum geht es.

Häufige Missverständnisse

Missverständnis 1: P90 ist wahrscheinlicher als P10

P90 klingt größer und deshalb für manche „besser“. Wahrscheinlicher ist es aber nicht.

P10 und P90 markieren unterschiedliche Ränder derselben Verteilung. Unter P10 liegen 10 Prozent der Simulationen. Über P90 liegen ebenfalls 10 Prozent.

Der Unterschied liegt nicht in der Wahrscheinlichkeit des Randbereichs, sondern in der Richtung: P10 zeigt den unteren Rand, P90 den oberen.

Missverständnis 2: P50 ist der erwartete Wert

P50 ist der Median. Der erwartete Wert ist der Durchschnitt.

Bei langfristigen ETF-Simulationen kann der Durchschnitt über dem Median liegen, weil sehr gute Verläufe den Mittelwert nach oben ziehen. Deshalb sollte ein Rechner klar ausweisen, ob er Median, Durchschnitt oder ein bestimmtes Perzentil zeigt.

Missverständnis 3: P10 macht einen Plan sicher

P10 kann vorsichtiger sein als P50. Sicher ist es nicht.

Wenn 10 Prozent der Simulationen unter P10 liegen, ist das nicht belanglos. Bei einem langfristigen Ruhestandsplan kann ein Ergebnis im unteren Zehntel sehr unangenehm sein.

Deshalb sollte man P10 nicht als Garantie verstehen, sondern als Orientierung für schwächere Verläufe.

Missverständnis 4: Mehr Perzentile machen die Planung automatisch besser

Mehr Zahlen bedeuten nicht automatisch bessere Entscheidungen.

Für viele Zwecke reichen P10, P50 und P90, um die Bandbreite grob zu verstehen. P5 und P95 können sinnvoll sein, wenn du extreme Risiken oder besonders günstige Verläufe genauer prüfen willst.

Entscheidend ist nicht die Anzahl der Kennzahlen. Entscheidend ist, ob du sie richtig interpretierst.

Was Perzentile nicht leisten

Perzentile sind hilfreich. Aber sie lösen nicht alle Probleme.

Sie hängen vollständig von den Annahmen der Simulation ab. Wenn die erwartete Rendite zu hoch, die Volatilität zu niedrig oder die Inflation vergessen wird, sehen auch die Perzentile zu gut aus.

Welche Annahmen FONDR zugrunde legt und welche Faktoren wir bewusst nicht abbilden, dokumentieren wir transparent in unserer Methodik.

Außerdem bilden Perzentile keine echten Lebensentscheidungen ab. Eine Simulation weiß nicht, ob du in einer Krise deine Sparrate reduzierst, ob du vorzeitig Geld entnimmst oder ob du bei fallenden Märkten panisch verkaufst.

Auch Steuern, Kosten und Inflation müssen sauber berücksichtigt werden. Ein nominaler Endwert von 200.000 Euro in 20 Jahren ist nicht dasselbe wie 200.000 Euro Kaufkraft heute.

Deshalb sollten Perzentile immer im Zusammenhang mit den Annahmen gelesen werden:

Ohne diese Angaben sind P10, P50 und P90 nur scheinbar präzise.

Wie FONDR Perzentile nutzt

FONDR arbeitet mit 10.000 Monte-Carlo-Simulationen, um Vermögensziele nicht nur als einzelne Hochrechnung zu zeigen, sondern als Bandbreite möglicher Ergebnisse.

Dabei helfen P10, P50 und P90, die Simulation besser einzuordnen:

Zusätzlich ist die Zielwahrscheinlichkeit wichtig. Sie beantwortet eine andere Frage als ein Perzentil.

Ein Perzentil sagt: „Wo liegt eine bestimmte Schwelle in der Verteilung?“

Die Zielwahrscheinlichkeit sagt: „Wie oft wurde mein konkretes Ziel in der Simulation erreicht?“

Gerade für Finanzplanung ist diese zweite Frage oft entscheidend. Denn am Ende geht es selten darum, ob P50 oder P90 schön aussieht. Es geht darum, ob ein konkretes Ziel mit den eigenen Annahmen realistisch erreichbar ist.

Zusammenfassung

Perzentile helfen, ETF-Prognosen und Vermögenssimulationen realistischer zu lesen. Sie ersetzen keine Finanzplanung, machen ihre Risiken aber sichtbarer.

Die wichtigsten Punkte:

  1. Perzentile sind Schwellen, keine Szenarien.
    P10 bedeutet nicht „schlechter Markt“, sondern: 10 Prozent der Simulationen lagen darunter.

  2. P50 ist der Median, nicht der Durchschnitt.
    Der Median teilt die Verteilung in zwei Hälften. Der Durchschnitt kann durch sehr gute Verläufe deutlich höher liegen.

  3. P90 ist kein Planungswert für notwendige Ziele.
    Ein P90-Wert wird nur in rund 10 Prozent der Simulationen erreicht oder übertroffen.

  4. Für unterschiedliche Ziele brauchst du unterschiedliche Blickwinkel.
    Notwendige Ausgaben eher vorsichtig prüfen, typische Ziele am Median einordnen, Wunschziele nicht auf sehr günstige Verläufe stützen.

  5. Die Annahmen sind entscheidend.
    Rendite, Volatilität, Inflation, Kosten und Steuern bestimmen, wie aussagekräftig die Ergebnisse sind.

Wer Perzentile richtig liest, plant nicht automatisch erfolgreicher. Aber er plant ehrlicher. Und genau das ist bei langfristigem Vermögensaufbau oft wichtiger als eine möglichst glatte Hochrechnung.

FAQ

Was bedeutet P10 bei einer ETF-Prognose?

P10 bedeutet: 10 Prozent der Simulationen lagen unter diesem Wert, 90 Prozent darüber. P10 ist keine Garantie und kein Worst Case, sondern eine vorsichtige untere Schwelle innerhalb der simulierten Ergebnisse.

Was bedeutet P50?

P50 ist der Median. Die Hälfte der Simulationen lag darunter, die andere Hälfte darüber. P50 ist nicht dasselbe wie der Durchschnitt.

Was bedeutet P90?

P90 bedeutet: 90 Prozent der Simulationen lagen unter diesem Wert, 10 Prozent darüber. P90 beschreibt also einen sehr günstigen Bereich der Simulation, aber keinen Best Case.

Ist P50 der erwartete Endwert?

Nicht unbedingt. P50 ist der Median. Der erwartete Endwert ist meist der Durchschnitt. Bei langfristigen ETF-Simulationen kann der Durchschnitt über dem Median liegen, weil sehr hohe Endwerte den Mittelwert nach oben ziehen.

Sollte ich mit P10, P50 oder P90 planen?

Das hängt vom Ziel ab. Für notwendige Ausgaben ist ein vorsichtiger Blick auf P10 oder noch niedrigere Perzentile sinnvoll. Für typische Vermögensziele kann P50 eine gute Orientierung sein. P90 eignet sich eher für Wunschziele und sehr günstige Verläufe.

Sind Monte-Carlo-Simulationen eine Prognose?

Nein. Eine Monte-Carlo-Simulation ist keine Vorhersage. Sie zeigt mögliche Bandbreiten auf Basis bestimmter Annahmen. Ändern sich Rendite, Volatilität, Inflation, Kosten oder Steuern, ändern sich auch die Ergebnisse.

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